
46 Jahre Oktoberfest – Attentat: Gegen das Vergessen
Die Geschichten hinter den Namen: Wer waren die Opfer?
Die Opfer waren keine abstrakten Zahlen, sondern Menschen mitten aus dem Leben – darunter Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene:
Gabriele Deutsch | Robert Gmeinwieser | Axel Hirsch | Markus Hölzl | Paul Lux | Ignatz Platzer | Ilona Platzer | Franz Schiele | Angela Schüttrigkeit | Errol Vere-Hodge | Ernst Vestner | Beate Werner
- Die Jüngsten: Die Geschwister Ignatz und Ilona Platzer (8 und 10 Jahre alt) sowie die 11-jährige Beate Werner gehörten zu den Todesopfern. Das macht den Schrecken der Tat bis heute besonders ungreifbar.
- Die Verletzten und Überlebenden: Man sollte nicht nur der Toten gedenken, sondern auch der über 200 Verletzten. Viele von ihnen trugen schwere körperliche Beeinträchtigungen und lebenslange seelische Traumata davon, die damals kaum psychologisch begleitet wurden.
…Was uns damals auf der Wiesn geschah, kann heute täglich fast jeden treffen! Denn Terror hat heute viele hässliche Gesichter…
Zitat aus einer Rede von Robert Höckmayr

Foto: Gedenkinstallation „Dokumentation Oktoberfest‑Attentat“ – München bei Nacht, VoT Germany, AP
Ein jahrzehntelanger Kampf um Anerkennung
Die Opfer und Hinterbliebenen mussten jahrzehntelang dafür kämpfen, dass die Tat offiziell als rechtsextremistischer Terrorakt anerkannt wurde. Erst 2020 – nach neuen Ermittlungen und jahrelangem Druck von Initiativen – bestätigte die Bundesanwaltschaft offiziell den rechtsextremen Hintergrund der Tat. Bis dahin wurden Entschädigungen für Opfer oft spärlich oder gar nicht gewährt.
Das Versagen der Behörden und die späte Entschuldigung
Lange Zeit wurden Betroffene und Hinterbliebene von offizieller Seite alleingelassen. Erst im Jahr 2014 (und nochmals bekräftigt zur Eröffnung des neuen Erinnerungsortes 2020) entschuldigten sich die Stadt München und die Bundesrepublik offiziell bei den Opferverbänden und Hinterbliebenen für die unzureichende Aufklärung und den jahrelangen Kampf, den sie den Betroffenen zugemutet hatten.

Foto: Brief zweier Überlebender des Oktoberfestanschlags an Münchens Oberbürgermeister Erich Kiesl (CSU), 1981, VoT Germany, AP
VoT Germany: Wir fühlen diesen Schmerz mit Euch!
Dieser Ort ist seit dem 26. September 1980 für immer von den Spuren eines sinnlosen Todes und tiefem Schmerz geprägt. Wie gelähmt stehen und sitzen jedes Jahr Angehörige, Hinterbliebene, Freunde, Familien, Überlebende, Ersthelfer und Wegbegleiter an dieser Gedenkstelle. Sie alle spüren diese Leere, die sie in den vergangenen 46 Jahren auf so viele Weise zu füllen versucht haben.
Es ist schwer, von diesem Schmerz umgeben zu sein – doch die Liebe zu denen, die untrennbar mit uns verbunden bleiben, formt unsere Gedanken und schenkt uns die Hoffnung auf Frieden.
Hintergrundwissen:
Auf unserer zentralen VoT Germany Gedenkseite haben wir einen Einblick in den historischen Hintergrund und Analysen zum Oktoberfest-Attentat von 1980 zusammengetragen.

Foto: Mahnmal für die Opfer des Oktoberfest‑Attentats 1980 in München mit Kränzen, roten Nelken und rostfarbener Gedenkwand bei der offiziellen Gedenkfeier, VoT Germany, AP
Das Programm der Gedenkfeier in München
- 08:00 Uhr – Offizielle Gedenkfeier am Denkmal: Direkt am historischen Erinnerungsort am Haupteingang der Theresienwiese versammeln sich Vertreterinnen und Vertreter der Stadtspitze (u. a. Bürgermeisterin Mona Fuchs), Angehörige, Überlebende und Initiativen zur Gedenkfeier
- Wichtige Programmpunkte vor Ort:
- Redebeiträge u. a. von Magdalena Wesselly (DGB-Jugend), Benedikt Knoche (Kriseninterventionsteam des ASB) und als Hauptredner von Ramin Assisi, einem Ersthelfer des Anschlags von 1980.
- Musikalische Begleitung durch das Bläserensemble „Münchner Petersturmmusik“.
- Kranzniederlegung im Gedenken an die Opfer.
- 08:45 Uhr – Namensverlesung auf dem Festgelände: Kurz vor Öffnung des Oktoberfests findet eine dreisprachige Durchsage (Deutsch, Englisch, Italienisch) über das gesamte Festgelände statt. Dabei werden die Namen der 12 Todesopfer verlesen und an den Erinnerungsort erinnert, um das Gedenken mitten in das Volksfest zu tragen.
- Ab 09:00 Uhr – Mahnwache der DGB-Jugend: Nachdem das reguläre Festgelände um 9:00 Uhr öffnet, setzt die DGB-Jugend ihre Versammlung direkt am Ort als Mahnwache fort.
Die Pressemeldung der Stadt können Sie direkt hier einsehen:
👉 muenchen.de – Rathaus Umschau: Gedenken an die Opfer des Oktoberfest-Attentats
