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La Belle / 39. Gedenktag Vom 4. auf den 5. April 1986 wurde die Berliner Diskothek “La Belle” Ziel eines schweren Terroranschlags. In den frühen Morgenstunden detonierte eine Bombe in der bei US-Soldaten beliebten Location in Berlin-Schöneberg. Drei Menschen verloren ihr Leben und rund 250 weitere wurden verletzt, viele davon schwer. Auch deutsche Gäste waren unter den Verletzten. Die Tat wurde nachweislich vom libyschen Geheimdienst geplant und über Mittelsmänner in West-Berlin ausgeführt. Der Anschlag hatte nicht nur für die Betroffenen dramatische Folgen, sondern löste auch internationale Spannungen aus.

RAF / 48. Gedenktag an Siegfried Buback Am Morgen des 7. April 1977 wurde Generalbundesanwalt Siegfried Buback auf offener Straße in Karlsruhe von einem RAF-Kommando ermordet. Zwei Täter auf einem Motorrad hielten an seinem Dienstwagen, als dieser an einer roten Ampel stand – und eröffneten das Feuer. Neben Buback starben auch sein Fahrer Wolfgang Göbel und sein Begleiter Georg Wurster, der wenige Tage später seinen Verletzungen erlag. Die Tat erschütterte die Bundesrepublik und war Teil der sogenannten „offenen Offensive“ der RAF.

Djerba / 23. Jahrestag Am 11. April 2002 wurde die jüdische Al-Ghriba-Synagoge auf der tunesischen Insel Djerba Ziel eines schweren Terroranschlags. Ein Attentäter fuhr mit einem LKW voller Flüssiggas direkt vor das Gebäude und brachte das Fahrzeug zur Explosion. Bei dem Anschlag starben 21 Menschen – darunter 14 deutsche Touristen, die Teil einer Reisegruppe waren. Weitere Opfer waren tunesische und französische Staatsbürger. Dutzende Menschen wurden verletzt, viele davon schwer. Die Tat war gezielt gegen ein religiöses Symbol gerichtet und wurde später der Terrororganisation al-Qaida zugeschrieben.

RAF / 50. Jahrestag – Andreas von Mirbach Am 24. April 1975 drang ein Kommando der Roten Armee Fraktion in die deutsche Botschaft in Stockholm ein. Die Angreifer nahmen mehrere Geiseln und erschossen noch zu Beginn der Tat den Militärattaché Andreas von Mirbach – gezielt, ohne Vorwarnung. Später kam es in der Botschaft zu einer Explosion, bei der weitere Menschen verletzt wurden und zwei der Täter ums Leben kamen. Die Tat war Teil einer versuchten Erpressung zur Freipressung inhaftierter RAF-Mitglieder in Deutschland.

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Am 11. März wird zum vierten Mal der „Nationale Gedenktag für die Opfer terroristischer Gewalt“ begangen. Er erinnert an Betroffene extremistischer und terroristischer Angriffe und soll ihre Situation stärker ins öffentliche Bewusstsein rücken.
Ein Verein, der sich zur Aufgabe gemachte hat, den Opfern eine Stimme zu geben, ist „VoT Germany“.
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📍 Ort: Akademie der Wissenschaften, Jägerstraße 22-23, 10117 Berlin

Worum geht es?

Unsere Pressekonferenz am 11. März 2025 gibt einen Einblick in die Arbeit von VoT Germany e.V. Wir sprechen über die Hintergründe unserer Gründung, unsere Ziele und warum es eine starke Vertretung für Terroropfer braucht.

VoT Germany e.V. ist eine unabhängige Plattform, die Betroffenen von Terroranschlägen eine Stimme gibt. Gegründet im September 2024, setzen wir uns für die Vernetzung deutscher Opfer und Angehöriger ein, die weltweit von Terrorismus betroffen waren. Unser Fokus liegt auf der politischen und gesellschaftlichen Anerkennung der Betroffenen, dem Ausbau der Gedenkkultur und der Unterstützung durch gezielte Netzwerkarbeit.

Wer ist dabei?

  • Julia Kühne (Pressesprecherin, VoT Germany)
  • Astrid Passin (Vorstandsvorsitzende, VoT Germany)
  • weitere Vorstandsmitglieder, sowie weitere Betroffene diverser Anschläge

Mehr Informationen

Für weitere Details oder Medienanfragen:

📧 E-Mail: julia.kuehne@vot-germany.org

Die vollständige Pressemappe steht hier zum Download bereit: Pressemappe

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Nationaler Gedenktag für die Opfer von Terrorismus
Die Bundesregierung gedenkt am 11. März 2025 zum vierten Mal an die Opfer terroristischer Gewalt. Der Gedenktag wurde im Jahr 2022 endlich auch für Deutschland installiert, nachdem dieser an die Anschläge in Madrid vom 11. März 2004 anknüpft- ebenso weitere europäische Länder, wie Frankreich und Belgien zeitgleich an Opfer von Terrorismus gedenkt. Als Zeichen wird zum Nationalen Gedenktag auch in vielen Städten und Gemeinden Deutschlands die Beflaggung auf halbmast gesetzt. Es sollen die Opfer terroristischer Gewalt stärker ins Bewusstsein gerückt werden. Unschuldige Menschen verloren ihr Leben oder müssen mit den Folgen eines Terroranschlags lernen umzugehen.

Viele Namen und Orte stehen bereits für Attentate mit vielen Toten und Verletzten und für staatliches Versagen im Umgang mit Opfern und deren Angehörigen. Leider erinnern wir uns nicht mehr an einzelne Getötete oder an Opfer aus früheren Zeiten. Auch der Wunsch nach „unbürokratischer Hilfe“ verhallt, sobald man im Dickicht der Anträge erstickt und auch zerbricht.

Ein Gedenkherz für ALLE Opfer von Terrorismus
In Berlin werden wir als Organisation VoT Germany an diesem Tag auf dem Breitscheidplatz – an der Gedenkstelle für die Opfer des Terroranschlags am 19.12.2016 – ein Gedenkherz aus weißen Blumen niederlegen; so, wie wir es in den Jahren zuvor auch schon taten. Ein Herz, welches symbolisch für ALLE Opfer von Terrorismus gelten soll, derer wir zum Nationalen und Europäischen Gedenktag erinnern wollen. Mit der Bedeutung von weißen Rosen möchten wir an der Gedenkstelle zum Innehalten aufrufen, um damit Ruhe und Frieden auszudrücken. Im Zeichen der Solidarität mit ALLEN Betroffenen, Angehörigen, Hinterbliebenen, Zeugen, Ersthelfern und Überlebenden eines Terroranschlags- aber auch an die Gesellschaft.

Diese Idee entstand aus der Initiative Breitscheidplatz, mit den Opferfamilien vom 19.12.2016, um gleichzeitig auch weitere Betroffene anderer Anschläge in und außerhalb Deutschlands einzubinden. Da wir keine Nationale Gedenkstelle für Opfer von Terrorismus in der Bundesrepublik haben, möchten wir diese Botschaft verkünden, dass es wichtig ist, auch ALLEN einen Ort des Gedenkens zu gewähren. Wie viele Opfer sind vergessen- aus der Vergangenheit, grenzüberschreitend Betroffene-, aber auch jene, die in jüngster Vergangenheit schon aus dem Bewusstsein sind.

Niemand darf vergessen sein
Für uns stehen am 11. März ALLE Opfer im Vordergrund, egal mit welchem ideologischen Hintergrund ein Anschlag erfolgte- niemand darf vergessen sein! Terrorismus unterliegt einem steten Wandel- Täter, Motive und Ziele ändern sich. Nicht nur für lokale Gemeinschaften ändern sich damit massiv die Folgen von Terroranschlägen, sondern auch regional, national und international. Ob wir eines oder mehrere Opfer eines Attentates verzeichnen, JEDER hat ein Recht auf Erinnerung. Heute dürfen wir die Opfer in den Mittelpunkt stellen und innehalten. Wir wissen um die Bedeutung eines jeden, der in eine solch schreckliche Tat verwickelt wurde. Auch weitere Helfer, Freunde, Bekannte, aber auch Einsatzkräfte wie die, der Polizei und Feuerwehr, Ärzte und Notfallseelsorger sind von entscheidender Bedeutung in dem Geschehen, und auch sie werden sich an diese Tage ihres Einsatzes erinnern- und möchten einen Ort zum Trauern.

Anerkennung und Respekt
An dieser Stelle möchten wir als Organisation VoT Germany, aber auch aller Betroffenen- unsere tiefste Anerkennung und Respekt ausdrücken, was auch sie in ihren schwersten Stunden geleistet haben- für die Gesellschaft und für jeden einzelnen. Wir wissen um die Professionalität, die mit diesen Berufen einhergeht und abverlangt wird, dennoch sind Orte eines Terroranschlags vergleichbar mit Kriegsgeschehen und schweren Bildern der Verwundbarkeit. Danke für ihren Mut, ihren Einsatz und Hilfe!

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Am 10. März findet in Straßburg der 21. Gedenktag für Opfer von Terrorismus statt
Anlässlich des Gedenkens an die Bombenanschläge von Madrid im Jahr 2004, bei denen 193 Pendler getötet wurden, widmet die EU diesen Tag allen Opfern von Terrorismus in Europa. Seit 2004 hat Europa mehrere Terroranschläge erleiden müssen, insbesondere im Jahr 2016 mit seiner Vielzahl an schrecklichen Ereignissen. Wir erinnern uns, wie wichtig es ist, Opfer von Terrorismus zu unterstützen und sicherzustellen, dass sie nicht vergessen werden. Um ihrer zu gedenken, hat die EU-Kommission zusammen mit dem EU-Zentrum für Prävention und Radikalisierung eine Gedenkzeremonie erarbeitet, die sich in diesem Jahr zum 21. Mal jährt.

Bezug zum Anschlag im Dezember 2018 in Straßburg
Mit der Anwesenheit der Opfer und ihrer Familien, Opferverbänden gegen den Terrorismus, Psychiatern und hochrangigen europäischen Vertretern, unterstützen und würdigen sie die Teilnehmer aller Opfer von Terrorismus in Europa. Aufgrund der unterschiedlichen Anschlagsorte hat man sich darauf geeinigt, diesen Gedenktag nicht nur in Brüssel, sondern auch in anderen Städten, innerhalb Europas stattfinden zu lassen. In diesem Jahr wird der 21. Gedenktag in Straßburg stattfinden- um den Bezug zu dem Anschlag vom 11. Dezember 2018 in der Nähe des dortigen Weihnachtsmarktes herzustellen. Fünf Menschen wurden dabei getötet und weitere elf zum Teil schwer verletzt.

Berücksichtigung der Chronologie mit den Jahrestagen der wichtigsten Anschläge in Europa
Ein Schwerpunkt wird am 21. Gedenktag denen gewidmet sein, die sich durch ihre Jahrestage hervorheben. Bei der offiziellen Veranstaltung werden mehrere Zeugenaussagen von Opfern und Überlebenden des Terrorismus beinhaltet sein, die von jüngsten und/oder früheren Anschlägen betroffen sind. Der EU-Gedenktag für Opfer des Terrorismus soll angesichts der zahlreichen Anschläge dennoch nicht erschöpfend sein, sondern stellvertretend für die anhaltende Unterstützung der Opfer, die Förderung von und den Kampf gegen das Vergessen stehen. Hier sei zum Beispiel der 24. April 1975 in Stockholm, der 26. September 1980 auf dem Münchener Oktoberfest, aber auch der 19. Februar 2020 in Hanau genannt sein.

Delegation von VoT Germany zum Europäischen Gedenktag vertreten
Um Angehörige und Überlebende aus Deutschland vertreten zu können, wird auch unsere Organisation mit einer Delegation in Straßburg teilnehmen. Zusammen mit anderen Betroffenen möchten wir damit unsere Solidarität ausdrücken, wie wir in dieser Einheit die Stimmen von Terroropfern an diesem Tag im Mittelpunkt sehen und derer gedenken. Es ist ein besonderer Tag für diejenigen, die daran teilnehmen können, weil hier sehr deutlich wird, in welcher Vielzahl alle Opfer von Terrorismus betroffen sind- egal, mit welchem Hintergrund.

Wir nehmen Euch mit auf die Reise und werden mit unserem Team viele Eindrücke teilen.