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Buch der Erinnerungen

Ein Moment stiller Anerkennung für Prof. Dr. Michael Buback. Der Verlust seines Vaters durch den RAF‑Terror hat sein Leben tief geprägt. Sein beharrliches, über Jahrzehnte hinweg getragenes Engagement für Aufklärung, Wahrheit und Gerechtigkeit verdient höchsten Respekt und tiefen Dank.

VoT Germany-Gedenken-Porträt von Siegfried Buback im Gedenken an Opfer von Terrorismus

Erinnerungen an meinen Vater

Aus Respekt vor den vielen Menschen, die tagtäglich und oft unerwartet Angehörige oder enge Freunde verlieren, können wir wegen der Ermordung meines Vaters keinen Sonderstatus beanspruchen. Aber wir vermissen auch 49 Jahre später noch oft seine Liebe und seinen Rat. Die Hauptlast musste ohnehin meine Mutter tragen, die nach dem Attentat 35 Jahre ohne ihren Mann lebte. Dabei hatte Sie die Zeit so sehr herbeigesehnt, in der sie mit ihm, wenn er die schwere Bürde seines Amtes nicht mehr zu tragen hätte, so vieles nachholen wollte. Wir haben uns damit getröstet, dass er das Amt des Generalbundesanwalts beispielhaft nach den Vorgaben des Strafgesetzbuches und der Strafprozessordnung ausgeübt hat. Umso bitterer ist es, dass das Verbrechen, dem er und seine beiden Begleiter, Wolfgang Göbel und Georg Wurster, zum Opfer gefallen sind, nicht längst von zuständiger Stelle aufgeklärt wurde. Schlimmer noch, die wahren Attentäter werden für immer ohne Verurteilung und somit ohne Strafe für diese Morde bleiben.

Prof. Dr. Michael Buback

VoT Germany-Gedenken-Erinnerungen-Siegfried-Buback-Buchcover

Wer mehr darüber erfahren möchte:

Werdegang Siegfried Buback

  • 03.01.1920

    geboren in Wilsdruff (Kr. Meißen/Sachsen)

  • 1930-1938

    Franziskaneum Meißen

  • 1938-1941

    Studium der Rechte, Universität Leipzig

  • 1941
    1. Juristisches Staatsexamen
  • 1941-1947

    Wehrdienst und Kriegsgefangenschaft
    Eheschließung mit Inge Burghold (Sohn Michael geb. 1945)

  • 1947-1950
    Vorbereitungsdienst im Bezirk des OLG Celle
  • 1950
    2. Juristisches Staatsexamen
  • 1951
    Richter an zwei Amtsgerichten und einem Landgericht
  • 1951-1959

    Staatsanwalt in Celle und Lüneburg

  • 1959
    Erster Staatsanwalt
  • 1959
    Staatsanwalt bei der Bundesanwaltschaft
  • 1963
    Oberstaatsanwalt beim Bundesgerichtshof
  • 1969

    Bundesverdienstkreuz am Bande für Aufklärung des Soldatenmordes in Lebach

  • 1971
    Bundesanwalt beim Bundesgerichtshof
  • 1974
    Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof
  • 07. April 1977
    ermordet von einem RAF-Kommando

VoT Germany-Gedenken-Gedenken an den Anschlag vom 7. April 1977 auf Generalbundesanwalt Siegfried Buback sowie die Überlebenden Wolfgang Göbel und Georg Wuster