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10 th Memorial Day

Ein Jahr Vorbereitung für das 10. Gedenken in Istanbul

📍Ort: Istanbul, Türkei

Konsularin Dr. Grienberger der Deutschen Botschaft Istanbul bei der Gedenkveranstaltung am Obelisken auf dem Sultanahmet‑Platz zum Anschlag vom 12.01.2016.
Konsularin Dr. Grienberger von der Deutschen Botschaft und Vize-Gouverneur Mehmet Sülün

…Und ich bin dankbar, dass einige der Überlebenden dieses Anschlages heute hier bei uns sind. Dieser Anschlag war kein isolierter Vorfall. Er war Teil einer Reihe von Terrorakten, die das Land erschütterten. Doch wir, wir stehen hier zusammen und sagen, der Terror hat nicht gesiegt. Im Kampf gegen den Terror steht Deutschland fest, an der Seite der Türkei…

Dr. Grienberger
Gedenkstelle mit Kränzen, Kerzen und weißen Rosen am Obelisken in Istanbul

Gedenkstelle mit Kränzen, Kerzen und weißen Rosen am Obelisken in Istanbul

  

Ein Jahr voller Rücksprachen, Genehmigungen und politischer Klärungen

In Gesprächen ab Anfang 2025 mit dem deutschen Generalkonsulat in Istanbul wurde deutlich, dass ein offizielles Gedenken nur in Abstimmung mit dem Gouverneur in Ankara möglich sein würde. So mussten sowohl die staatliche Verwaltung von Istanbul als auch das Auswärtige Amt einbezogen werden, um die Rahmenbedingungen für eine Feierstunde zu klären. Zudem mussten Fragen der Teilnahme, mögliche Kostenübernahmen sowie die Einbindung weiterer Betroffener geklärt werden. Diese Vielzahl an Abfragen, Rücksprachen und politischen Abstimmungen zeigt, wie komplex die Vorbereitung eines internationalen Gedenkens ist — und warum der gesamte Prozess fast ein Jahr in Anspruch nahm.

Ein Gedenken, das lange überfällig war

Über viele Jahre hinweg scheiterten die Bemühungen um ein würdiges Gedenken in Istanbul immer wieder an bürokratischen Hürden, fehlendem politischen Willen und der Tatsache, dass Betroffene die erheblichen Kosten für Vorbereitung, Genehmigungen und Reise selbst hätten tragen müssen. Erst durch die Unterstützung des Generalkonsulats in Istanbul, das damalige Reiseunternehmen und vieler engagierter Beteiligter vor Ort wurde es möglich, nach zehn Jahren einen geschützten Rahmen für ein gemeinsames Erinnern zu schaffen. Die Reise eröffnete Raum für Begegnung, Anerkennung und stille Momente am historischen Ort des Anschlags – und machte damit ein Gedenken möglich, das lange überfällig war.

Gedenkkranz des Deutschen Konsulats am Obelisken auf dem Sultanahmet‑Platz in Istanbul zum Gedenken an die zwölf deutschen Opfer des Anschlags vom 12. Februar 2016
Gedenkkranz des Deutschen Konsulats in Istanbul

   


Logo zum 10. Gedenktag des Anschlags vom 12. Januar 2016 in Istanbul

Gemeinsames Zusammenkommen von Überlebenden, Angehörigen und Gästen im festlich gedeckten Kaisersaal des Deutschen Generalkonsulats in Istanbul

Gemeinsames Zusammenkommen von Überlebenden, Angehörigen und Gästen im festlich geschmückten Kaisersaal des Deutschen Generalkonsulats in Istanbul

Gedenkaufsteller mit Opfernamen im Deutschen Generalkonsulat Istanbul
Gedenkaufsteller mit Opfernamen im Deutschen Generalkonsulat Istanbul

Zitat

„Wir haben nicht mehr an ein offizielles Gedenken geglaubt“

Überlebende des Anschlags vom 12.01.2016 in Istanbul

#StärkeImMiteinander


Feierstunde im Generalkonsulat in Istanbul
Schüler der Deutschen Schule Istanbul spielt Klarinette während der Gedenkzeremonie im Deutschen Generalkonsulat
Klarinettenstück während der Gedenkzeremonie
Eingangstor des Deutschen Konsulats in Istanbul mit deutscher Flagge auf Halbmast zum Gedenken an die zwölf Opfer des Anschlags vom 12. Januar 2016
Deutsches Konsulat Istanbul – Flagge auf Halbmast zum Gedenken

Trauerbeflaggung


Als Zeichen der Anteilnahme ordnete die Generalkonsulin des Deutschen Generalkonsulats in Istanbul für den 12.01.2026 Trauerbeflaggung an. Damit wurde die Solidarität mit den Betroffenen und den Opfern des Anschlags auch nach außen sichtbar gemacht.

Rede von Nora Zapf im Generalkonsulat Istanbul

Rede von Nora Zapf im Generalkonsulat Istanbul

Rede einer Angehörigen


„Zwölf Leben, zwölf Geschichten, zwölf Familien, die seit diesem Tag nicht mehr dieselben sind. Einige Menschen haben diesen Anschlag überlebt – und auch dieses Überleben ist ein großer Teil dieser Geschichte. Was an diesem Tag geschah, hat unser Vertrauen in die Selbstverständlichkeit des Alltags erschüttert.“

Nora Zapf

Abschluss der feierlichen Zeremonie


Zum Abschluss der Zeremonie fanden sich Angehörige und Überlebende, VoT Germany, sowie Vertreter des Generalkonsulats, des damaligen Reiseunternehmens, der Pfarrkirche in Istanbul und die damaligen Reiseführer zu einem gemeinsamen Foto zusammen.

Ein Wiedersehen voller Anspannung, aber auch Hoffnung

Dieser offizielle Rahmen verlieh dem Gedenken eine Würde, die viele Betroffene zuvor vermisst hatten. Die Reise selbst wurde zu einem Meilenstein: Am historischen Ort zwischen Hagia Sophia und Blauer Moschee konnte erstmals eine Gedenkzeremonie stattfinden. Ein Projekt, das lange unerreichbar schien und während der Vorbereitung unzählige Fragen, Rückschläge und Abstimmungen mit sich brachte. Oft fehlten klare Zuständigkeiten oder „Haushaltstitel“, und dennoch gelang es uns als VoT Germany mit viel Zeit, Ausdauer und Engagement, dieses lang ersehnte Ziel zu erreichen.

Für viele war diese Reise ein zutiefst emotionaler Schritt. Das Wiedersehen mit Ersthelfern und der damaligen Reiseführerin, die den Anschlag am 12.01.2016 selbst überlebte, waren Begegnungen von unschätzbarem Wert. Die Hoffnung, sich bei all jenen bedanken zu können, erfüllte sich auf bewegende Weise. Drei Tage voller Anspannung, Tränen, aber auch des Glücks, es endlich geschafft zu haben – verbunden mit dem Ausblick auf eine dauerhafte Gedenkstelle am Ort des Geschehens, um das Erinnern wachzuhalten.

Ein ausführlicher Reisebericht folgt demnächst.

Panorama von Istanbul mit Galataturm, Bosporus und moderner Skyline
Istanbul Panorama – Galataturm und Blick auf den Bosporus